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Urlaub

Halli hallo, na genieß ihr den Sommer? Ich komme gerade frisch aus meinem Urlaub mit einem anderen Freiwilligen meiner Organisation zurück. Wir waren zuerst in Kapstadt und sind von dort aus dann die Küste wieder hochgefahren. Sowohl Kapstadt, als auch die Küstenseite mit all ihren schönen Örtchen sind traumhaft und haben einiges zu bieten: Während wir in Kapstadt am Kap der guten Hoffnung waren, Pinguine in freier Wildbahn gesehen haben, Robben Island mit Hilfe eines Ex-Häftlings besichtigt haben, den Sonnenuntergang über dem Tafelberg bewundern durften und diesen zu guter Letzt auch noch erklommen haben (das Wort anstrengend ist für diesen Fußmarsch allerdings untertrieben!), haben wir auf der Route ausgiebige Strandspaziergänge und dabei seltenen Muscheln gesammelt, haben eine Zip Line Tour über einem Tierreservat gemacht, wo man Zebras, Giraffen und Affen dann mal von oben gesehen hat, sind am Strand bei Sonnenuntergang geritten und haben bei einer Xhosa Familie (anderer südafrikanischer Stamm) einen traditionellen Abend verbracht. Das absolute Highlight der Reise war aber wohl die Elefanten Tour: Wir sind nicht nur auf einem Elefanten geritten, sondern konnten die Tiere außerdem füttern und sie bei ihrem Spaziergang durch den Wald begleiten. Es war fast unwirklich einem Elefanten mal so nah zu kommen. Wusstet ihr, dass in den Rüssel eines Elefant18 Liter Wasser passen oder sich der Schwanz wie Plastik anfühlt? Und wusstet ihr, dass Elefanten das längste Gedächtnis haben? Wenn sie von jemandem schlecht oder auch gut behandelt werden, werden sie das nie vergessen und sich dementsprechend verhalten. All das und viel mehr lernten wir in diesem Elefanten Park, in dem Elefanten „aufgepäppelt“ werden, die in freier Wildbahn krank, verletzt oder unterernährt gefunden werden. Doch neben diesen ganzen Erlebnissen habe ich noch etwas anderes von der Reise mitgenommen: Das Südafrika, was ich bei meiner Arbeit und in meinem Alltag erlebe unterscheidet sich deutlich von dem „Urlaubs Südafrika“: Südafrika ist wirklich ein Land der Gegensätze. Denn es begegnen einem sowohl Reichtum, große Städte und westlicher Lebensstandard, als auch Lehmhäuser, townships und genau das Gegenteil von unserer Kultur. Auch wenn mir der Urlaub total gut gefallen hat, bin ich trotzdem froh, dass „mein Südafrika“ nicht das reiche, noble Südafrika ist, sondern das ländliche, traditionelle Südafrika, dass für mich so besonders ist und das ich über die Monate immer mehr lieben gelernt habe. Jetzt bin ich zurück und die letzten Wochen brechen an: Neben meinem normalen, aber keinesfalls immer gleichen Alltag im Kinderheim für Kinder mit Behinderung, kommen noch zehn besondere Tage auf mich zu, in denen wir Babys mit Behinderung und deren Pflegemütter bekommen und mit allen eine Art „early intervention“ machen, um den Pflegmüttern Tipps für ein Leben mit einem Baby mit Behinderung geben werden. Natürlich wird das mehr von den ausgebildeten Leuten übernommen und meine Aufgabe wird eher darin bestehen die Babys zu betreuen und auch selbst nochmal viel über Behinderung und vor allem „early intervention“ bei Babys zu lernen. Danach werde ich dann noch für 2 Tage ein Haus für Menschen mit downsyndrom besuchen. Es wird also auch die letzten Wochen auf jeden Fall nicht langweilig werden. Ich werde euch in meinem letzten Blogeintrag berichten! Bis dahin erstmal einen hoffentlich schönen Sommer, macht’s gut! Eure Merle

13.7.15 10:22, kommentieren

OSTERN

Nach langer Zeit melde ich mich dann auch mal wieder – tut mir leid, dass das mal wieder so lange gedauert hat, aber das schwache Internet und die vollen Tagen haben es nicht früher zugeassen.

Mein angekündigtes besonderes Ostern war echt richtig schön und gehört zu den Erlebnissen hier, die ich wohl nie vergessen werde. Vor allem der „Gottesdienst“, der am Ostersamstag nachmittags startete und bis Ostersonntag 12 Uhr mittags ging, ist mehr als berichtenswert. Wir starten ganz African Time mäßig eine Stunde später, aber dann auch direkt mit einer Worship Einheit. Es wurde nicht nur gesungen, sondern auch ordentlich getanzt und zur Feier des Tages hatte die Kirche sich ein Keyboard ausgeliehen, was das Ganze mehr oder weniger schön untermalte und dazu beitrug die Menschen, die was den Rhythmus anging eh schon verwirrt waren, noch mehr zu verwirren. Trotzdem war es schön, denn die Lebensfreude, die diese Menschen beim Singen und Tanzen ausstrahlen ist einfach unvergleichlich. Da es hier ja immer schon um 6 Uhr dunkel wird, begannen wir danach mit dem „Feuergottesdienst“: Jeder konnte Zettel schreiben mit Dingen aus der letzten Zeit, die man hinter sich lassen möchte und danach gingen alle und alle heißt ca. 100-150 Menschen nach draußen, um ihre Zettel in einem relativ großen Feuer zu verbrennen. Danach kam dann die Kerze zum Einsatz, die jeder mitbringen sollte. Man ging hintereinander in die dunkle Kirche und entzündete seine Kerze am Eingang. So bildete sich so etwas wie ein Lichtergang durch die gesamte Kirche, sodass diese danach hell erleuchtet erschien. Und das passierte was richtig Verwirrendes, zumindest für mich: Alle fingen zu der Melodie von „Oh du fröhliche“ an, ein Osterlied auf Zulu zu singen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber es war tatsächlich so. Damit endete der Feuergottesdienst um ca. 11 Uhr und die nächste Worship Einheit begann, die bis 4 Uhr morgens ging. Abwechselnd wurde immer gebetet und gesungen. Beim Beten dämmerten viele immer schon mehr oder weniger weg, doch dann wurde wieder ein richtiger Gassenhauer angestimmt und das Leben kehrte in alle zurück. Besonders aktiv waren die „Gogos“, dass sind die Omas der Kirche, die noch um 3 Uhr nachts eine Polonaise durch die Kirche machten und mehr als abgingen. Anschließend ging es dann mit der Kerze erneut nach draußen auf den Friedhof, der jedoch nur aus Erdhügeln besteht. Jeder konnte seine Kerze auf den Erdhügel eines Verwandten/Bekannten stellen und so wurde der sonst echt ärmliche Friedhof in ein Lichtermeer verwandelt. Nach einem Tee startete dann der Ostersonntagsgottesdienst mit 15 Taufen, Abendmahl, allem Zip&Zap und vor allem einer besonderen Methode Kollekte einzusammeln: Da die Menschen aus vielen kleinen Dörfern zusammengekommen waren, wurde die Kollekte „dorfweise“ eingesammelt. Jedes Dorf hatte dabei sein eigens Lied und tanzte zu diesem durch die ganze Kirche bis zum Kollektenkörbchen. Am Ende des Osterfestes war ich zwar völlig fertig, aber auch echt glücklich so ein besonderes Ostern erlebt zu haben.

Und auch ansonsten ist alles gut hier: An einem der Wochenenden, an denen ich nicht im Kinderheim war, war ich mit anderen in einem Tierreservat, wo man Löwen und Tiger in freier Wildbahn sehen konnte und außerdem Tiger- und Löwenbabys streicheln konnte. Und dann war ich mal wieder mit anderen Freiwilligen in den Bergen reiten, was echt toll ist: Ganz entspannt durch die schöne Bergwelt reiten, an Lehmhäusern vorbei und durch Bergflüsse hindurch.

Man könnte jetzt den Eindruck bekommen, ich würde gar nicht mehr arbeiten, aber so ist es dann doch nicht, mein „normaler Alltag“ macht mir immer noch echt Spaß und ist super vielfältig, aber immer nicht so leicht hier so darzustellen, aber auch das werden wir in Deutschland mit Hilfe von Fotos auf jeden Fall nachholen. Solange ist das ja auch gar nicht mehr…

Jetzt macht’s erstmal gut und bis zum nächsten Mal! Eure Merle

1.6.15 14:46, kommentieren