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Hier und dort

So da bin ich dann mal wieder: Ich wünsche euch allen erstmal noch ein frohes neues Jahr 2015 und hoffe, dass ihr alle eine schöne Zeit hattet. Die hatte ich auf jeden Fall: Zuerst in dem Camp mit Kindern von der Kirche, was auf jeden Fall echt Spaß gemacht hat. Wir waren in der Nähe eines „Sees“, der aber zu ¾ mit Schlamm gefüllt war, sodass es zu einigen Schlammschlachten und Spielen wie Schlammcatchen, Wettrennen im Schlamm oder Wettpaddeln auf einer Luftmatratze kam. Es war auf jeden Fall auch echt eine Erfahrung mal im Dezember noch bis abends draußen am Lagerfeuer zu sitzen und außerdem war es in dieser Woche nochmal echt eine ganz andere Erfahrung mit Kindern ohne Behinderung zu arbeiten, auch wenn ich das aus Deutschland kannte, war es jetzt nochmal ganz besonders den direkten Vergleich zu sehen und auch zu erkennen, dass gerade soziale Fähigkeiten bei den Kindern mit denen ich im Kinderheim arbeite teilweise viel ausgeprägter sind auch wenn dafür praktische und motorische Fähigkeiten eher hinten anstehen.

Nachdem ich dann wieder da war, ging es direkt weiter in das township „Wembezi“, in dem eine der Hausmütter lebt und die ich und ihre Kinder besucht habe. Das township unterscheidet sich in sofern von der Umgebung in der ich lebe, da es zum einen deutlich näher an der Stadt gelegen ist, dann aber auch viel dichter und vor allem anders bebaut ist: Die Häuser dort werden von der Regierung errichtet und bezahlt und sehen eigentlich alle gleich aus, während auf dem Land, wo ich lebe, die Lehmhäuser von jedem selbst und individuell gebaut werden. Außerdem ist das township wirklich so eine kleine eigene Stadt, was man daran merkt, dass es eigene Kirchen, kleine shops und sogar eine eigene medizinische Versorgung hat. Abgesehen von den Kirchen gibt es all das in der sogenannten „rule area“, in der ich lebe nicht. Es war auf jeden Fall interessant, einen Einblick in das township Leben zu bekommen. Am interessantesten, allerdings auch am merkwürdigsten  war jedoch die Kirche dort: Das ein Gottesdienst 4 bis 5 Stunden dauert kannte ich zwar schon, aber dieser war besonders: Der ganze Stolz der kleinen Kirche war ein kleines Keybord und ein Mikrofon. Das Mikrofon wäre aufgrund der Größe und vor allem wegen der Stimmvolumen der Menschen zwar nicht nötig gewesen , aber was man hat hat man! Es gab immer einen Menschen, der während der Lieder in das Mikrofon geschrien hat und das Keybord hat eigentlich während des ganzen Liedes versucht den passenden Beat zu finden, während der Rest der ca. 100 Menschen wild in der Gegend rumtanzte. Und wild ist dabei noch untertrieben: Es gab eine Polonaise durch die Kirche und einige andere sehr alternative Dance Moves. Dann wurde gebetet: 10 Minuten lang, jeder für sich selbst, aber nicht leise für sich selbst, nein jeder lebte seinen Glauben ganz individuell aus: Schreien, Weinen, auf dem Boden liegen, Singen, Tanzen es war echt alles dabei. Auch wenn ich weiß, dass ich hier in einer ganz anderen Kultur lebe, war ich selten so perplex wie in diesem Gottesdienst. Nachdem das Beten beendet war stürmten alle für den Segen nach vorne, denn jeder empfing den Segen persönlich vom Pastor: Vorsicht spielte dabei allerdings keine Rolle: Der Pastor holte regelrecht aus, um dann jedem seine Hand mit voller Kraft vor die Stirn zu donnern, es war durchaus schmerzhaft. Meine Nachbarin fiel danach direkt um, während alle behaupteten, dass das das Resultat vom Holy Spirit war, bin ich der festen Überzeugung, dass es an dem kraftvollen Segen lag. Nun konnte man sich melden, wenn man ein persönliches Gebet vom Pastor empfangen wollte, ein sehr kranker Mann kroch nach vorne und bittete um ein Gebet für seine Genesung, doch statt eines Gebetes schlug der Pastor auf ca. jede Stelle seines Körpers, um die Krankheit zu vertreiben, dies ist anscheinend die übliche Form, denn außer mir war niemand überrascht.

Ansonsten lernte ich im township viel traditionelles Zulu kochen und kam mit, um im township für eine Hochzeit zu dekorieren. Es war eine echt erfahrungsreiche Zeit, in der ich auf jeden Fall viel über die Kultur und das komplexe Südafrika gelernt habe.

Nachdem ich dann wieder zurück war, stand schon Weihnachten vor der Tür, was allerdings sehr unspektakulär ablief, da hier ausschließlich am 25.12. Weihnachten gefeiert wird und auch das eher im kleinen Rahmen. Dadurch, dass es dann auch noch 40 Grad draußen waren, fühlte es sich für mich dann eher an wie ein ganz normaler Tag. Wir gingen morgens mit den Kindern in die Kirche und grillten später, also echt sehr unweihanchtlich, aber dennoch irgendwie ein besonderes Weihnachten, in dem ich das Weihnachten in Deutschland besonders zu schätzen gelernt habe!

Danach ging es dann nach Durban, wo ich mit allen Freiwilligen zusammen am Strand ins neue Jahr reinfeierte! Es war echt toll und auch echt schön alle anderen wiederzusehen. Ansonsten waren wir in dieser Zeit viel am Strand und im Meer und machten eine Bootstour weit auf den Ozean hinaus, um Haie, Delfine und Wale in freier Wildbahn zu bestaunen.

14.1.15 21:58

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