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OSTERN

Nach langer Zeit melde ich mich dann auch mal wieder – tut mir leid, dass das mal wieder so lange gedauert hat, aber das schwache Internet und die vollen Tagen haben es nicht früher zugeassen.

Mein angekündigtes besonderes Ostern war echt richtig schön und gehört zu den Erlebnissen hier, die ich wohl nie vergessen werde. Vor allem der „Gottesdienst“, der am Ostersamstag nachmittags startete und bis Ostersonntag 12 Uhr mittags ging, ist mehr als berichtenswert. Wir starten ganz African Time mäßig eine Stunde später, aber dann auch direkt mit einer Worship Einheit. Es wurde nicht nur gesungen, sondern auch ordentlich getanzt und zur Feier des Tages hatte die Kirche sich ein Keyboard ausgeliehen, was das Ganze mehr oder weniger schön untermalte und dazu beitrug die Menschen, die was den Rhythmus anging eh schon verwirrt waren, noch mehr zu verwirren. Trotzdem war es schön, denn die Lebensfreude, die diese Menschen beim Singen und Tanzen ausstrahlen ist einfach unvergleichlich. Da es hier ja immer schon um 6 Uhr dunkel wird, begannen wir danach mit dem „Feuergottesdienst“: Jeder konnte Zettel schreiben mit Dingen aus der letzten Zeit, die man hinter sich lassen möchte und danach gingen alle und alle heißt ca. 100-150 Menschen nach draußen, um ihre Zettel in einem relativ großen Feuer zu verbrennen. Danach kam dann die Kerze zum Einsatz, die jeder mitbringen sollte. Man ging hintereinander in die dunkle Kirche und entzündete seine Kerze am Eingang. So bildete sich so etwas wie ein Lichtergang durch die gesamte Kirche, sodass diese danach hell erleuchtet erschien. Und das passierte was richtig Verwirrendes, zumindest für mich: Alle fingen zu der Melodie von „Oh du fröhliche“ an, ein Osterlied auf Zulu zu singen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber es war tatsächlich so. Damit endete der Feuergottesdienst um ca. 11 Uhr und die nächste Worship Einheit begann, die bis 4 Uhr morgens ging. Abwechselnd wurde immer gebetet und gesungen. Beim Beten dämmerten viele immer schon mehr oder weniger weg, doch dann wurde wieder ein richtiger Gassenhauer angestimmt und das Leben kehrte in alle zurück. Besonders aktiv waren die „Gogos“, dass sind die Omas der Kirche, die noch um 3 Uhr nachts eine Polonaise durch die Kirche machten und mehr als abgingen. Anschließend ging es dann mit der Kerze erneut nach draußen auf den Friedhof, der jedoch nur aus Erdhügeln besteht. Jeder konnte seine Kerze auf den Erdhügel eines Verwandten/Bekannten stellen und so wurde der sonst echt ärmliche Friedhof in ein Lichtermeer verwandelt. Nach einem Tee startete dann der Ostersonntagsgottesdienst mit 15 Taufen, Abendmahl, allem Zip&Zap und vor allem einer besonderen Methode Kollekte einzusammeln: Da die Menschen aus vielen kleinen Dörfern zusammengekommen waren, wurde die Kollekte „dorfweise“ eingesammelt. Jedes Dorf hatte dabei sein eigens Lied und tanzte zu diesem durch die ganze Kirche bis zum Kollektenkörbchen. Am Ende des Osterfestes war ich zwar völlig fertig, aber auch echt glücklich so ein besonderes Ostern erlebt zu haben.

Und auch ansonsten ist alles gut hier: An einem der Wochenenden, an denen ich nicht im Kinderheim war, war ich mit anderen in einem Tierreservat, wo man Löwen und Tiger in freier Wildbahn sehen konnte und außerdem Tiger- und Löwenbabys streicheln konnte. Und dann war ich mal wieder mit anderen Freiwilligen in den Bergen reiten, was echt toll ist: Ganz entspannt durch die schöne Bergwelt reiten, an Lehmhäusern vorbei und durch Bergflüsse hindurch.

Man könnte jetzt den Eindruck bekommen, ich würde gar nicht mehr arbeiten, aber so ist es dann doch nicht, mein „normaler Alltag“ macht mir immer noch echt Spaß und ist super vielfältig, aber immer nicht so leicht hier so darzustellen, aber auch das werden wir in Deutschland mit Hilfe von Fotos auf jeden Fall nachholen. Solange ist das ja auch gar nicht mehr…

Jetzt macht’s erstmal gut und bis zum nächsten Mal! Eure Merle

1.6.15 14:46

Letzte Einträge: Urlaub, Urlaub, Urlaub, Bye Bye, Bye Bye

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